Donnerwetter!

Dekret
… und der Minister unterschreibt es!

Aufgrund einer offenbar lange und gründlich vorbereiteten — emotion-1298793_640 — Dienstrechts-Novelle (BGBl. I Nr. 64) im Sommer des Jahres 2016 „dürfen“ sich nun alle Vertragsbediensteten (des Bundes, zumindest) mit den Amtstiteln der Beamten in gleicher Funktion schmücken.

Einen „Verzicht“ sieht weder das BDG 1979 noch das VBG vor und ist daher rechtlich nicht möglich.

Steht so wortwörtlich in einem Schreiben der Personalabteilung A des BMLVS …

Jetzt bin ich Hofrat!

Das ist aber nett, oder? Aber was bedeutet denn das? Außer, dass ich mir jetzt eine andere, näselnde Sprechweise, so ein bisschen von oben herab (man denke an Theo Lingen), angewöhnen muss.

Im Detail

Offensichtlich versucht man den Vertragsbediensteten, die ja auf den selben Arbeitsplätzen wie Beamte sitzen – mit den selben Aufgaben, Verpflichtungen, etc. – eine Beruhigungspille zu verabreichen. Im Prinzip die Ansage:

„Ihr macht den selben Job, also dürft Ihr Euch auch so nennen!“

mit dem unausgesprochenen Zusatz:

„… für’s halbe Gehalt.“

Und ?

Was soll’s, wird sich manch einer fragen. Irgendeiner jammert ja immer. Aber, ist diese Geld-Verschwendung – immerhin werden Dekrete gedruckt, unterschrieben, versandt, alle Einträge in elektronischen Systemen angepasst, letztendlich Visitenkarten in nahezu unendlicher Stückzahl gedruckt, usw. usf.  – ist diese Verschwendung vom Steuergeldern wirklich notwendig?

NUR, UM JENE, DIE DIE ARBEIT MACHEN, AUCH NOCH ZU VERARSCHEN?

Weil, etwas anderes kann diese Zwangsbeglückung mit einem anachronistischen Titel bei Beibehaltung einer signifikanten Einkommensdifferenz ja wohl nicht sein. Beim Bruttogehalt (ohne Zulagen) ist das bei der erstmaligen Erfüllung der Erfordernisse für den Amtstitel Hofrat der Unterschied von €3.908,20  zu €2.853,60. Mit Zulagen und zunehmenden Dienstjahren, tja, sagen wir es so, der erst Wert steigt noch signifikant (die höchstmögliche Funktionszulage alleine beträgt schon läppische €3.300,40), der Zweite bleibt vernachlässigbar …

Aber der Vertragsbedienste des Bundes hat wenigstens einen Trost: Die Gehaltsverhandlungen! Da wird er dann mit allen Beamten auch der Gemeinden und Länder in einen Topf geschmissen, und da die ja gut verdienen, braucht es ja keinen Ausgleich des Kaufkraft-Verlustes, gell!

Aber in einem dermaßen von persönlicher Geltungs- und Titelsucht getriebenen Land wie Österreich wäre es wohl zu viel erwartet, wenn wir diese unnötigen Anreden endgültig mal loswerden.

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